Die Franzosen sprechen anders! Nämlich Französisch! Dass fällt spätestens bei einem Besuch in unserem schönen Nachbarland auf. Und die französische Sprache erweist sich zudem noch als äußerst tückisch im Erwerb. Vor allem die Grammatik stellt den gewillten Schüler vor ungeahnte Herausforderungen. Als besondere Stolperfalle erweisen sich hierbei die unregelmässigen Verben. Was im Englischen noch einigermaßen nach zuvollziehen ist, scheint im Französischen die reinste Willkür. Generationen von Schülern scheiterten an dieser Hürde. Aber auch die Leidenschaft der Franzosen für das Synonym ist für deutschsprachige Schüler eine echte Herausforderung. Bei Synonyme handelt es sich um unterschiedliche Wörter die jedoch die gleiche Bedeutung haben.
Dabei könnte alles so einfach sein. Würde nämlich im deutschen Bildungssysthem der Fremdsprachenerwerb nicht meist zu spät zu beginnen. In der Regel wird der deutsche Durchschnittsschüler frühestens in der vierten Klasse mit der ersten Fremdsprache konfrontiert. In den meisten Bundesländern handelt es sich bei dieser ersten Fremdsprache um Englisch, jediglich die Bundesländer Saarland und Baden- Württemberg bilden eine Ausnahme. Das Saarland als direkter Grenzanreiner von Frankreich beginnt, laut Bildungsplan, flächendeckend mit Französisch als erster Fremdsprache. In Baden- Württemberg wird, laut Bildungsplan, Englisch als erste Fremdsprache unterrichtet. Jedoch wird in Gebieten die direkt an Frankreichs Ländergrenzen stossen, auch häufig Französisch als erste Fremdsprache unterrichtet.
Egal um welche Fremdsprache es sich handelt, mit dem Unterricht wird eindeutig zu spät begonnen. In der Entwicklung von Kindern gibt es mehrere sensible Phasen die sich beispielsweise auf den Erwerb von sprachlichen oder mathematischen Erkenntnissen konzentrieren. Während dieser Phasen fällt es Kindern besonders leicht Wissen in diesen Bereichen zu erwerben. Die sensible Phase für den Spracherwerb liegt bei ungefähr drei Jahren, also im Kindergartenalter. Somit kommt der Fremdsprachenunterricht in der 4. Klasse zu spät, denn je später Kinder und auch Erwachsene eine Fremdsprache erlernen, desto schwerer tun sie sich mit ihrem Erwerb.

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