Mi 30 Jul 2008
Auch bei uns in den neuen Bundesländern ist endlich Bewegung auf dem Arbeitsmarkt zu spüren, noch nie waren die Stellenangebote so vielfältig und umfangreich wie heute. Bei der großen Frage nach den Verdienstmöglichkeiten klafft die Schere zwischen Ost und West jedoch weiterhin stark auseinander – von einer Belebung auch aus Sicht der Einkommensverhältnisse kann also weiterhin keine Rede sein. Im gewerblichen Bereich und den Dienstleistungsberufen beläuft sich der Stundenverdienst von Dresden bis Rostock so nur auf knapp 70 % des Niveaus in den alten Bundesländern, würden noch Sonderzahlungen Berücksichtigung finden, würde der Unterschied noch deutlicher ausfallen. Ähnliche Werte ergeben sich aus Sicht der Gesamtheit der Vollzeitbeschäftigen, welche mit meist mehr Wochenstunden im Osten nur auf 70 % der Einkommen der alten Länder kommen. Ein wenig entspannender gestaltet sich diese Betrachtung bei den Beschäftigen in Teilzeit, welche vergleichbar verdienen wie ihre Kollegen im Westen – allerdings ebenfalls mit fünf Arbeitsstunden mehr pro Woche.
Eine Aufwertung der Lohnsituation der Beschäftigen in den neuen Bundesländern ist weiterhin nicht zu erwarten, so dass die Ost-West-Schere bei sich angleichenden Lebenshaltungskosten weiterhin bestehen bleibt. In der jüngsten Vergangenheit klagen nach Jahren des wirtschaftlichen Stillstandes im Osten gar immer mehr Unternehmen über mangelnden qualifizierten Nachwuchs – eine Tatsache, die sich unter Berücksichtigung der eben aufgeführten Gehaltsunterschiede jedoch selbständig erklärt und auch nur auf diese Weise konstruktiv angegangen werden könnte. Mehr Wochenstunden für weniger Geld, diese Situation wird in den neuen Bundesländern also weiterhin auf dem Arbeitsmarkt bestehen, so dass auch etwa 18 Jahre nach der Wende hier noch keinerlei Angleichung in Aussicht ist.